Neuigkeiten am IAAEU

 


 

Ankündigungen

 

Crowdworker als Arbeitnehmer?

Am 21.01.2021 (17:00) findet am IAAEU ein Online-Vortrag der juristischen Arbeitsgruppe statt. Andreja Schneider-Dörr wird zum Thema "Crowdworker als Arbeitnehmer?" referieren. Der Vortrag findet als Zoom-Meeting statt. Anmeldungen sind bis zum 19. Januar 2021 per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich.

 

Diskussionsforum Arbeitsrecht Online

Der Lehrstuhl Zivilrecht II für Bürgerliches Recht, europäisches und deutsches Arbeitsrecht (Prof. Dr. Adam Sagan, MJur (Oxon)) der Universität Bayreuth veranstaltet ab Februar 2021 eine digitale Vortragsreihe unter dem Titel „Diskussionsforum Arbeitsrecht Online“. Dr. Thomas Klein wird am 1. Februar 2021 ab 18 Uhr den ersten Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe halten. Der Vortrag widmet sich dem Thema „Europäisches Arbeitsrecht und flexible Arbeitszeitmodelle“. Informationen zur Teilnahme finden Sie hier.

 

 

Preise, Auszeichnungen & Aktuelle Meldungen

 

Fluggastrechte trotz Streik? – Arbeitskampfrechtliche und grundrechtliche Aspekte einer verbraucherrechtlichen Fragestellung

Nach der europäischen Fluggastrechte-Verordnung haben Fluggäste bei Annullierungen und Verspätungen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Der Anspruch entfällt allerdings, wenn das Luftfahrtunternehmen nachweisen kann, dass die Annullierung auf „außergewöhnliche Umstände“ zurückgeht, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären. Die praktisch äußerst relevante Frage, ob zu diesen „außergewöhnlichen Umständen“ auch Streiks des Personals der Luftfahrtunternehmen zu zählen sind, wird von den deutschen Gerichten unterschiedlich beurteilt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat jedenfalls einen wilden Streik von Beschäftigten eines Luftfahrtunternehmens (TUIfly) nicht als „außergewöhnlichen Umstand“ eingestuft. Dr. Thomas Klein hat die Frage in einem aktuellen Beitrag mit dem Titel „Ausgleichsansprüche nach der Fluggastrechte-Verordnung bei streikbedingter Annullierung oder Verspätung“ eingehend untersucht. Dabei entwickelt er im ersten Teil der Untersuchung unter Berücksichtigung des Arbeitskampfrechts typisierende Fallgruppen und zeigt auf, dass Streiks des Personals der Luftfahrtunternehmen entgegen der früheren Rechtsprechung des BGH in der Regel nicht zum Wegfall des Ausgleichsanspruchs führen. Im zweiten Teil der Untersuchung beleuchtet er die von der Rechtsprechung bisher nicht zutreffend erfasste und gewürdigte grundrechtliche Dimension des Problems und kommt zu dem Ergebnis, dass auch grundrechtliche Wertungen nicht zu einem Wegfall des Anspruchs auf Ausgleichszahlungen zwingen. Der Beitrag ist in Heft 1/2021 der Europäischen Zeitschrift für Wirtschaftsrecht (EuZW 2021, 23-29) erschienen.

 


 

Neuerscheinung: Europäisches Arbeits- und Sozialrecht

Im Dezember ist die zweite Auflage des von Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schlachter und Prof. Dr. Hans Michael Heinig herausgegebenen Handbuchs zum Europäischen Arbeits- und Sozialrecht in der Nomos-Reihe Enzyklopädie Europarecht (Band 7) erschienen. Unter den Autorinnen und Autoren des Bandes ist auch Dr. Thomas Klein, der das Kapitel zum europäischen Entsenderecht bearbeitet hat.

 


 

IAAEU-Direktor gehört zu den publikationsstärksten Forschern der BWL

Die Zeitschrift Wirtschaftswoche hat im Dezember 2020 ihr Ranking der forschungsstärksten Wissenschaftler in der Betriebswirtschaftslehre (BWL) veröffentlicht. Für diese Analyse wurden die Publikationen von Betriebswirtinnen und Betriebswirten erfasst, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz an Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen arbeiten. Als Datenquelle dient das bibliometrische Webportal „Forschungsmonitoring". In die Bewertung floss neben der Zahl der Veröffentlichungen auch die Reputation der rund 850 in die Analyse einbezogenen betriebswirtschaftlichen Fachzeitschriften ein.

Laszlo Goerke, wirtschaftswissenschaftliche Direktor des IAAEU und Professor für Personalökonomik an der Universität Trier, gehört zu den forschungsstärksten 4% aller Betriebswirte in der Kategorie 'Lebenswerk', in der alle bisherigen Publikationen berücksichtigt werden. Auch andere Kollegen aus Trier sind in dieser Kategorie sowie denen, die sich auf Veröffentlichungen der letzten Jahre oder auf jüngere Forscherinnen und Forscher beschränken, prominent vertreten (nähere Informationen finden Sie hier).

Während Rankings wie das der Wirtschaftswoche kurz und prägnant Forschungsleistungen erfassen und vergleichbar machen, zeigt die Auswertung auch, wie sehr die Ranglisten durch die Qualitätsbewertungen der einbezogenen Zeitschriften bestimmt werden. Die oben erwähnte Platzierung des Direktors des IAAEU basiert auf dem Qualitätsurteil des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft, der sogenannten Jourqual 3.0 Liste. Auf Basis dieser Liste belegt Laszlo Goerke den Platz 129 in der Kategorie 'Lebenswerk', in der gut 4000 Personen berücksichtigt sind. Legt man jedoch die Gewichtung zugrunde, die die Zeitung Handelsblatt in einer Auswertung aus dem Jahr 2014 verwandt hat, dann gehört der Direktor des IAAEU zu den absolut publikationsstärksten Betriebswirten in Deutschland und erreicht den Platz 26. Diese Differenzen verdeutlichen, dass Ranglisten zur Messung von Forschungsleistung nur einen, allerdings nicht unwichtigen Indikator darstellen, mit dem der Beitrag zum Wissensfortschritt abgebildet werden kann.

 


 

Dritter Workshop der TriECON Serie zum Thema Mitbestimmung fand am 11.12.2020 statt

Die betriebliche Mitbestimmung ist aus dem System der Arbeitsbeziehungen in Deutschland nicht wegzudenken. Der schleichende Rückgang sowohl des Anteils von Firmen mit einem Betriebsrat als auch der Beschäftigten, die durch einen Betriebsrat vertreten werden, und die Zunahme alternativer Formen der Arbeitnehmervertretung stellen neue Herausforderungen sowohl für die Praxis als auch für die Wissenschaft dar. Aus diesem Grund widmete sich am 11. Dezember 2020 der nun dritte virtuelle Workshop der TriECON Workshop Serie diesen Themen.

Die vorgestellten Forschungsarbeiten untersuchten zum einen die Determinanten für die Existenz von Betriebsräten, wie etwa, ob sich das Unternehmen ganz oder nur teilweise in Familienhand befindet. Zum anderen wurde der Einfluss von Betriebsräten auf diverse unternehmerische Aspekte und das Zusammenspiel mit der Tarifbindung betrachtet, beispielsweise für die betriebliche Gesundheitsvorsorge. Eine weitere auf dem Workshop präsentierte Arbeit verdeutlichte, dass die noch verhältnismäßig selten genutzte Form der Mitbestimmung mittels freiwilligen Runden Tischen zu einem langfristigen Produktivitätswachstum führt. In seiner Keynote stellte Prof. John Addison (University of South Carolina) dar, dass nicht nur das bloße Vorhandensein des Betriebsrats, sondern auch dessen Arbeitsweise Einfluss darauf hat, ob ein Unternehmen am Markt eher überlebt. Insgesamt hat der Workshop verdeutlicht, dass sich die Wissenschaftler/innen mit immer ausdifferenzierteren Forschungsfragen beschäftigen, die auch zu immer differenzierteren Beurteilungen der betrieblichen Mitbestimmung führen. Damit mögen die Forschungsarbeiten einen Beitrag für das Verständnis leisten, wie vielfältig Mitbestimmung heutzutage umgesetzt wird, wirkt und sich dauernd anpassen muss.

Zusätzlich zu den Vortragenden nahmen zahlreiche Gäste virtuell an der Veranstaltung teil. Neben den acht herausragenden Vorträgen zeichnete sich der Workshop daher vor allem durch eine hochkarätige Diskussion der etablierten Forscher/innen aus, bei der aber auch die vielversprechenden Nachwuchsforscher/innen zu Wort kamen. Nähere Information zu dem TriECON Workshop zur Mitbestimmung finden Sie hier.

 


 

Grundrechtsanwendung und Grundrechtsschutz im europäischen Mehrebenensystem

Durch die „Recht-auf-Vergessen“-Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts hat die verfassungsgerichtliche Rechtsprechung zum Grundrechtsschutz im Mehrebenensystem sowie zum Verhältnis von unionsrechtlichen und nationalen Grundrechten eine beachtliche Neuausrichtung erfahren. Dr. Thomas Klein und Dominik Leist haben sich in einem aktuellen Beitrag mit den weitreichenden Folgen dieser Entscheidungen sowohl für den verfassungsgerichtlichen Prüfungsmaßstab im Allgemeinen, als auch für das unions- und grundrechtlich geprägte Arbeitsrecht im Speziellen befasst und kommen zum Ergebnis, dass diese insbesondere für den Bereich des kollektiven Arbeitsrechts Sprengkraft bergen. Die Untersuchung wurde in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Europäisches Sozial- und Arbeitsrecht (ZESAR) auf S. 449-458 veröffentlicht.

 


 

Die digitalen Veranstaltungen TriECON wurden mit einem Online Workshop zum Thema “Organizations, Incentives and Performance Pay” fortgesetzt

Aus “Einschränkungen” entstehen Möglichkeiten! Dieses Jahr war es nicht einfach sich mit ForscherInnen aus den gleichen Fachbereich zu treffen, auszutauschen und neue Netzwerke zu gründen. Trotz der gegebenen Umstände hat das IAAEU, in Kooperation mit dem Lehrstuhl Personalökonomik des Fachbereichs IV, einen weiteren eintägigen, digitalen Workshop veranstaltet und betreut. Der Workshop fand am Freitag, den 20. November 2020 statt und bot eine virtuelle Plattform, um sich mit Kollegen und Kolleginnen auszutauschen, ohne dass diese eine weite Reise antreten mussten. Dieses Mal boten wir einen Workshop mit dem Thema “Organizations, Incentives and Performance Pay”.

Üblicherweise verfolgen digitale TriECON Veranstaltungen zwei Ziele. So auch dieses mal. Wir wollen stets einen aktiven Diskurs über ein zentrales Thema kreieren, während die Mitglieder des IAAEU Feedback über die Erkenntnisse der eigenen Forschung gewinnen können. Auch bei diesem Workshop waren wir in der Lage ExpertInnen zu versammeln, welche ihre neuesten Erkenntnisse präsentierten. Unter anderem hat Alberto Palermo einen Aufsatz, welchen er zusammen mit Laszlo Goerke und Marco de Pinto (ehemaliger Mitarbeiter des IAAEU) verfasst hat, präsentiert. Der Aufsatz beschäftigt sich mit dem Thema der Wohlfahrtswirkungen, die entstehen, sobald in Konkurrenz stehende Unternehmen, die mit externen Effekten konfrontiert sind, nicht über die Merkmale ihrer Arbeitnehmer informiert sind. Alle Vortragenden waren dankbar für die Anmerkungen und Vorschläge der Anwesenden.

Wir sind mit dem Feedback, welches wir erhalten haben, zufrieden und möchten uns nochmals bei allen Teilnehmern herzlich bedanken. Die positive Kritik und Begeisterung der Vortragenden und Teilnehmer machte uns auch stolz auf das, was wir mit diesem digitalen Event erreicht haben. Besonders häufig wurde uns mitgeteilt, dass das Ermöglichen eines digitalen Zusammentreffens, während der aktuellen schwierigen Situation, besonders positiv wahrgenommen wurde. Genau dies wollten wir mit Hilfe der Veranstaltung erreichen! Auch zukünftig werden wir weitere digitale Veranstaltungen planen, um einen Austausch unter Kolleginnen und Kollegen möglich zu machen.

Das Programm des vergangenen Workshops finden sie hier. Fühlen Sie sich herzlich eingeladen, auch an zukünftig stattfindenden Veranstaltungen teilzunehmen. Informationen hierzu finden Sie auf unserer Webseite.

 


 

Start der Online-Workshop–Serie mit einem Workshop zum Thema „Labour Markets and Migration“ am IAAEU      

Das IAAEU hat am Freitag, 30.10.2020, in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Personalökonomik am Fachbereich IV, einen eintägigen Online-Workshop zum Thema „Labour Markets and Migration“ veranstaltet. Der Workshop stieß auf breites Interesse, viele Forscherinnen und Forscher aus ganz Europa wollten die Gelegenheit nutzen, ihre derzeitigen Forschungsergebnisse zu präsentieren. Schlussendlich nahmen mehr als 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Workshop teil. Dr. Yuliya Kosyakova vom IAB Nürnberg hielt die Keynote Lecture zum Thema „Rational Expectations and Human Capital Accumulation of Immigrants“. Weitere Vorträge des Workshops widmeten sich den Themengebieten „Return to Human Capital“, „Migration Theories“, „Migration Impact on Host Societies“ sowie „Migrant Employment“. Fenet Bedaso, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IAAEU und am Lehrstuhl für Personalökonomik der Universität Trier, trug Ergebnisse ihrer Forschung zum Thema „The Labour Market Integration of Refugees and Other Migrants in Germany“ vor. Lebhafte Diskussionen im Plenum folgten nicht nur jedem Vortrag, sondern fanden auch in den virtuellen Kaffeepausen statt, die das Netzwerken zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch im Online-Format ermöglichten. Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die vielen Kommentare, die den Workshop so erfolgreich machten!

Der Workshop “Labour Markets and Migration“ war der erste der Online-Workshop-Serie im Wintersemester 2020/21, mit welchem das IAAEU gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Personalökonomik den wissenschaftlichen Austausch während der Corona-Pandemie aufrechterhalten möchte. Nähere Informationen zu den zukünftigen Workshops finden Sie auf unserer Website.

 


 

IAAEU virtuell in Köln - ein Rückblick auf die Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik

Vom 27. bis 30. September 2020 fand in virtuellen Räumen die alljährliche Konferenz der deutschsprachigen Ökonominnen und Ökonomen statt, die Tagung des Vereins für Socialpolitik. Diese Treffen stehen jedes Jahr unter einem anderen Motto, dieses Mal war das Schwerpunktthema ‚Gender Economics‘. Vor allem die ursprünglich als Plenumsvorträge geplanten Referate setzten sich mit verschiedenen Aspekten des Konferenzmottos auseinander. So sprach Manual Bagues aus Warwick über Geschlechterquoten in der Wissenschaft.

Der wichtigste Teil der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik ist die offene Tagung, auf der dieses Jahr in 140 Arbeitsgruppen gut 400 Vorträge gehalten wurden. Die Vortragenden wurden in einem wettbewerblichen Verfahren von einer Auswahlkommission bestimmt. In diesem Jahr waren alle Doktoranden der ökonomischen Arbeitsgruppe des IAAEU mit eigenen Referaten vertreten. So waren an insgesamt acht der auf der Jahrestagung vorgestellten Untersuchungen Mitarbeiter des IAAEU beteiligt. Einschließlich anderer Mitglieder der Universität Trier sind daher fast 3% aller referierten Analysen in der Geburtsstadt von Karl Marx oder unter Mitwirkung von dort tätigen Forscherinnen und Forschern erstellt worden. Dieser Anteil ist umso beeindruckender, als es in Deutschland gut 100 Universitäten gibt, und an der Jahrestagung traditionell auch viele Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler aus Österreich und der Schweiz teilnehmen.

Die Vorträge der Trierer Mitarbeiter des IAAEU haben sich mit einer Vielzahl von vor allem arbeitsmarkt- und personalökonomischen Fragestellungen auseinandergesetzt. So untersuchten Alberto Palermo und Laszlo Goerke zusammen mit Marco de Pinto (ehemals IAAEU), wie sich Unsicherheit über die Produktivität von Managern auf deren Arbeitsverträge auswirkt und welche Rückwirkungen sich auf Gütermärkte ergeben. Konstantin Homolka präsentierte eine Arbeit, die in Kooperation mit Adrian Chadi (ehemals IAAEU, jetzt Universität Konstanz) entstanden ist. Sie analysieren, ob kleine Lügen von Teamkollegen die Arbeitsmotivation anderer Teammitglieder beeinflussen. Gabriel Schultze referierte zu "Does Relative Age Make Jack a Dull Student? Evidence from Students’ Schoolwork and Playtime". In dieser gemeinsam mit Luca Fumarco (ehemals Gastforscher am IAAEU und jetzt Tulane University) verfassten Studie wird der Zusammenhang zwischen relativem Alter und der Zeiteinteilung von Schülerinnen und Schülern analysiert. Schließlich präsentierte Sven Hartmann eine Untersuchung mit direktem Bezug zum Schwerpunktthema der Jahrestagung. In „Television and Genderstereotypes“ geht er der Frage nach, inwiefern sich im Fernsehen vermittelte Geschlechterstereotype auf Einstellungen zu Ehe, Scheidung und Familienplanung auswirken. Eine vollständige Liste aller Präsentationen von Mitarbeitern der ökonomischen Arbeitsgruppe des IAAEU findet sich hier.

Im Anschluss an die jeweiligen Vorträge wurden die Analysen intensiv diskutiert und vielerlei Anregungen und Verbesserungsvorschläge vorgebracht. Insgesamt hat die Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik verdeutlicht, welche Bedeutung die Arbeit von in Trier beheimaten Ökonominnen und Ökonomen für die Forschung in Deutschland hat.

Die nächste Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik soll 2021 in Regensburg stattfinden. Die Mitarbeiterin und Mitarbeiter des IAAEU arbeiten daran, auf dieser Konferenz wiederum umfassend ihre Ergebnisse zu präsentieren und hoffen, dass dafür eine Reise in die Oberpfalz notwendig wird und auf den Besuch virtueller Räume verzichtet werden kann.

 


 

Neues Lehrbuch zur Personalökonomie

Der ehemalige wirtschaftswissenschaftliche Direktor des IAAEU hat zusammen mit drei Kollegen, die alle früher am Institut tätig waren und in Trier habilitiert worden sind, ein neues Lehrbuch veröffentlicht. In "PERSONALÖKONOMIE UND PERSONALPOLITIK - Grundlagen einer evidenzbasierten Praxis" erklären und bewerten Dieter Sadowski (IAAEU), Bernd Frick und Martin Schneider (beide Universität Paderborn) sowie Susanne Warning (Universität Augsburg) personalwirtschaftliche Muster ökonomisch aus Sicht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Das Lehrbuch vermittelt hierzu ein Verständnis der institutionenökonomischen Theoriebildung und der empirischen Forschung (Personalanalytik) – und damit die Grundlagen einer evidenzbasierten Personalpraxis. Die drei Stichworte "Personalökonomie", "Personalpolitik" und "Evidenz" zeigen dabei den Anspruch des Werkes auf.

 

Das Lehrbuch richtet sich an Studierende sowohl in Bachelor- als auch in Masterstudiengängen. Didaktisch zeichnet es sich dadurch aus, dass neben theoretischen Überlegungen zahlreiche empirische Studien in ihrer Methodik und ihren Ergebnissen präsentiert werden. Am Ende jedes Kapitels stehen Fragen zur Anwendung des Gelernten.

 


 

Dr. Thomas Klein als Sachverständiger im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales

Der Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages hat am 14. September 2020 eine öffentliche Anhörung durchgeführt, die u.a. zwei Anträge der Fraktion DIE LINKE. (BT-Drs. 19/17134) und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (BT-Drs. 19/20585) zum Arbeitszeitecht zum Gegenstand hatte. Dr. Klein wurde als Einzelsachverständiger insbesondere zu dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 14. Mai 2019 in der Rechtssache C‑55/18 Federación de Servicios de Comisiones Obreras (CCOO) / Deutsche Bank SAE angehört, zu dem er bereits gemeinsam mit Dominik Leist veröffentlicht hatte (Die unionsrechtliche Pflicht zur Arbeitszeiterfassung, in: ZESAR 2019, S. 365-372; EU law requires working time recording: Consequences of the ECJ-ruling in the case 'CCOO' for member states and especially Germany, Dispatch No. 19 des Comparative Labor Law & Policy Journal). Dr. Klein legte dem Ausschuss seine Ansicht dar, wonach aufgrund des Urteils in Deutschland sofortiger gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht. Die im Einzelnen zu beachtenden unionsrechtlichen Rahmenbedingungen hatte Dr. Klein bereits im Vorfeld der Anhörung in einer schriftlichen Stellungnahme (Ausschussdrucksache 19(11)746) erläutert.

 


 

Untersuchung des arbeitsrechtlichen Hinweisgeberschutzes in neuem Drittmittelprojekt

Die Richtlinie (EU) 2019/1937 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2019 zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden, kurz „Hinweisgeberschutz-RL“ soll bis Ende 2021 vom deutschen Gesetzgeber in nationales Recht umgesetzt werden. Sie soll dazu dienen, den gesetzlichen Schutz von Whistleblowern zu verbessern und Schutzstandards zu vereinheitlichen. Für die Schaffung eines praxistauglichen Schutzes ist dabei vor allem das Arbeitsrecht gefordert. Aus diesem Grund wird das IAAEU im Rahmen eines auf zwei Jahre angelegten Drittmittelprojektes der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung den Umsetzungsbedarf der Richtlinie im deutschen Recht untersuchen. Der Fokus der Untersuchung liegt zum einen darauf, wie bei der Richtlinienumsetzung vorgegangen werden kann, um einen Hinweisgeberschutz im Regelungssystem des deutschen Arbeitsrechts zu verankern. Einen zweiten Schwerpunkt bildet in diesem Rahmen die Frage der Vereinbarkeit eines arbeitsrechtlichen Whistleblowerschutzes mit den Normen des Daten- und Geschäftsgeheimnisschutzrechts. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird mit einer Summe von 40.000 Euro gefördert.

 


 

Alexander Schneider mit 9. Publikationspreis 2020 des Graduiertenzentrums der Universität Trier ausgezeichnet

Für seinen kürzlich in der Zeitschrift „Die Personalvertretung“ veröffentlichten Beitrag mit dem Titel „Die Grundrechtsfähigkeit der Personalvertretung“ (= PersV 4/2020, 124-135) wurde Alexander Schneider, wiss. Mitarbeiter der juristischen Arbeitsgruppe des IAAEU, am 15.7.2020 mit dem diesjährigen Publikationspreis des Graduiertenzentrums der Universität Trier für die beste Publikation des Jahres im Fachbereich V-Rechtswissenschaft ausgezeichnet (9. GUT-Publikationspreis 2020). Der Preis ist in diesem Jahr mit 600 Euro dotiert.

 

Das gesamte Team des IAAEU gratuliert sehr herzlich!

 

Den entsprechenden Kurzvortrag von Herrn Schneider, den die UVA der Universität Trier aufgenommen hat, finden Sie hier:



 


 

Erfolgreicher erster Online-Workshop am IAAEU

Der Reiseverkehr – auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern – liegt derzeit brach, ein wissenschaftlicher Austausch über Universitäts- oder gar Ländergrenzen hinweg ist somit eine Herausforderung. Einen Ausweg bietet die Erstellung geeigneter Online-Formate. Als eine der ersten Einrichtungen an der Universität Trier hat das IAAEU am Freitag, 10.07.2020, in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Personalökonomik am Fachbereich IV, einen eintägigen Online-Workshop zum Thema „Job Security and Employment Protection“ veranstaltet.

Die Resonanz zum Workshop war bereits in der frühen Planungsphase hoch: Viele WissenschaftlerInnen zeigten Interesse, an dem Workshop teilzunehmen und ihre derzeitigen Forschungsarbeiten zu präsentieren. Insgesamt gab es so deutlich mehr Anfragen, als Slots für Präsentationen zur Verfügung standen. Schlussendlich hatten sich mehr als 50 Personen als TeilnehmerInnen zum Workshop angemeldet, um den acht Präsentationen zu den Themengebieten Arbeitsplatz- und Beschäftigungssicherung, Kündigungsschutz, Mitarbeiterfluktuation sowie Arbeitslosenversicherung zu folgen und im Anschluss im Plenum lebhaft über das Erlernte zu diskutieren. Einzig das Netzwerken und der direkte Austausch zwischen einzelnen WissenschaftlerInnen kommt bei einer Onlinekonferenz leider – technisch bedingt – etwas kurz. Aber klar ist auch: Dieser Workshop war ein gelungenes Beispiel, dass wissenschaftlicher Austausch notfalls auch online stattfinden kann, wenn Präsenzveranstaltungen eben nicht möglich sind.

Aufgrund der ermutigenden Erfahrungen und durchweg positiver Rückmeldungen plant das IAAEU, das Angebot an derartigen Workshops im kommenden Semester auszuweiten und eine Reihe von thematisch fokussierten Kurzkonferenzen zu organisieren. Nähere Informationen hierzu finden Sie demnächst auch auf unserer Homepage. Die Website des Workshops ist weiterhin hier zu finden.

 


 

Untersuchung zur Grundrechtsfähigkeit der Personalvertretung veröffentlicht

In einem Aufsatz für die Zeitschrift „Die Personalvertretung“ hat Alexander Schneider, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der juristischen Arbeitsgruppe des IAAEU, die Grundrechtsfähigkeit der Personalvertretung umfassender untersucht. Die entsprechend gelagerte Diskussion um die Grundrechtsfähigkeit des Betriebsrates als Gremium wird seit Jahren in der Literatur sehr lebhaft geführt; grundlegendere Ausführungen im Schrifttum zur Grundrechtsfähigkeit des Gremiums Personalvertretung liegen aber schon etliche Jahre zurück, sodass eine Neubearbeitung der Thematik angezeigt erschien. Dabei liegt die Relevanz weniger in der Möglichkeit der Inanspruchnahme verfassungsgerichtlichen Rechtsschutzes durch die Personalvertretung im Falle bestehender Grundrechtsfähigkeit, sondern besteht vielmehr vor dem Hintergrund des Gebotes grundrechtskonformer Auslegung einfachgesetzlicher Normen des Personalvertretungsrechts, das im Falle der Grundrechtsfähigkeit des Gremiums Personalvertretung zur Anwendung gelänge. Im Rahmen der Untersuchung wird zunächst der Meinungsstand in Schrifttum und Rechtsprechung zur hier maßgeblichen Bestimmung des Art. 19 Abs. 3 GG dargestellt, nach der die Grundrechte dann auf inländische juristische Personen Anwendung finden, soweit die Grundrechte ihrem Wesen nach auf diese anwendbar sind. Tragende Kriterien der Rechtsprechung zur Bewertung der Grundrechtsfähigkeit nach Art. 19 Abs. 3 GG stellen insoweit die sich aus der „Durchgriffsthese“ sowie die sich aus dem „Konfusionseinwand“ ergebenden Maßgaben dar, wohingegen weite Teile des Schrifttums auf die Figur der „grundrechtstypischen Gefährdungslage“ sowie (kumulativ) auf den „Konfusionseinwand“ als Beurteilungsgrundlagen der Grundrechtsfähigkeit juristischer Personen abstellen.

Insbesondere unter Berücksichtigung völkerrechtlicher Implikationen (= EGMR-Judikatur zu Art. 34 EMRK) und deren Einfluss auf die „bisherige“, vom BVerfG vertretene Auslegung des Art. 19 Abs. 3 GG sei es sachgerecht, dass zukünftig ausschließlich auf die grundrechtstypische Gefährdungslage sowie kumulativ auf den Konfusionseinwand als Abgrenzungskriterien bei der Bewertung der Grundrechtsfähigkeit juristischer Personen abgestellt wird. In Übertragung der vorstehenden Kriterien sowie einer exemplarischen Prüfung des Art. 5 Abs. 1 S. 1 Alt. 1 GG bzw. des Art. 17 GG auf die Situation der Personalvertretung gelangt Alexander Schneider schließlich zu der These, dass das Gremium Personalvertretung als partiell grundrechtsfähig einzustufen ist.

Die Untersuchung wurde veröffentlicht in Heft 4 des Jahrganges 2020 der Zeitschrift „Die Personalvertretung“ (PersV), S. 124-135.

 


 

Teilnahme am Arbeitsrechtlichen Moot Court des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt

Der arbeitsrechtliche Moot-Court findet alle zwei Jahre beim Bundesarbeitsgericht in Erfurt statt und wurde am 16. Januar 2020 in Erfurt zum achten Mal ausgetragen. Der Moot-Court ist ein Wettbewerb, bei dem Studenten der Rechtswissenschaft im Rahmen einer Prozesssimulation auf der Grundlage eines vorgegebenen fiktiven Sachverhalts die Rolle der Vertreter der jeweiligen Prozessparteien übernehmen und ihren Rechtsstandpunkt argumentativ vertreten und gegen kritische Nachfragen der Richter verteidigen müssen. Die Verhandlung erfolgt beim arbeitsrechtlichen Moot-Court vor „Kammern“, die in der Vorrunde und im Halbfinale aus drei, im Finale aus fünf Richtern des Bundesarbeitsgerichts bestehen. Ziel des Moot-Courts ist es, Rhetorik und freie Rede zu fördern und angehende Juristen mit Anforderungen des beruflichen Alltags vertraut zu machen. Er ist damit Teil einer praxisnahen Ausbildung von Studenten der Rechtswissenschaft.

Die Teilnehmerzahl ist auf 32 Teams beschränkt. Diese können von allen arbeitsrechtlichen Lehrstühlen in Deutschland angemeldet werden. Nach der Anmeldung wird der zu bearbeitende Sachverhalt an die Teams versandt und die Parteirolle (Kläger oder Beklagter) zugewiesen. Dann gilt es einen Schriftsatz zu entwerfen in dem der (vorgegebene) Prozessantrag der jeweiligen Partei begründet wird. Alle Teams, die einen Schriftsatz eingereicht haben, werden dann zu der mündlichen Verhandlung nach Erfurt eingeladen, und treten dort in einer Vorrunde in vier Gruppen mit jeweils acht Teams in Zweierpaarungen gegeneinander an. Gegenstand des Falles waren in diesem Jahr Fragen um die Wirksamkeit einer Verdachtskündigung und einen etwaigen Wiedereinstellungsanspruch, wenn die die Kündigung begründenden Verdachtsmomente nach Rechtskraft der gerichtlichen Entscheidung entkräftet werden.

 

 

Arbeitsrechtliches Praktikerseminar 2019

Foto von links nach rechts: Prof. Dr. Monika Schlachter, Jana Hagenmüller, Laura Christen, Thomas Lehnart und Alexander Schneider

 
 

Das Team des IAAEU, bestehend aus Laura Christen, Jana Hagenmüller und Verena Moll, wurde während der kompletten Vorbereitungszeit sowie vor Ort durch die wissenschaftlichen Mitarbeiter des IAAEU unterstützt. Zuerst wurde ein Schriftsatz erarbeitet, der bis Anfang Dezember beim BAG eingereicht werden musste. Im Anschluss ging es darum, sich auf die Verhandlungsmodulation vorzubereiten. Um so viel Praxis wie möglich zu erlangen, wurde zuerst eine Probeverhandlung mit dem Team des Lehrstuhls Raab in den Räumen des IAAEUs durchgeführt. In der Woche vor dem eigentlichen Moot-Court fand eine „Generalprobe“ vor dem Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in Mainz statt, wo die beiden Teams gegeneinander antraten und sich mit den Fragen des Gerichtes auseinandersetzen durften.

Am 16.01.2020 fand der Moot Court nach erfolgreicher Vorbereitung in Erfurt statt. Das Team des IAAEU konnte von sich überzeugen und bekam im Anschluss der Verhandlung Lob des vorsitzenden Richters. Sowohl der Schriftsatz als auch das Auftreten vor Gericht beeindruckte die durchführenden Richter. Leider gelang ein Weiterkommen nicht, da sie in einem knappen Rennen mit den letztlichen Gewinnern des Moot Courts ausgeschieden sind.

 


 

 

Rückblick